Schlagwort: 20er Jahre

David Vogels „Eine Ehe in Wien“: Mit dem Schlimmsten rechnen

David Vogels Leben war immer ein Leben am Rande des Unglücks. Der Vater starb früh, viele Umzüge führten ihn schließlich kurz vor dem Ersten Weltkrieg nach Wien, wo er nach Kriegsausbruch interniert wurde. Eine Tuberkuloseerkrankung führte ihn in den Zwanzigern nach Palästina, wo er tragischerweise nicht geblieben ist, sondern nach Europa zurückkehrte. Dort endete sein Weg schließlich in Auschwitz und mit ihm für viele Jahre die Aufmerksamkeit für sein Werk. Seine Verfolgung und Vernichtung durch die Nationalsozialisten mag ein Grund für den Schatten sein, der sich über sein Werk gelegt hat, der andere sicher der Umstand, dass er seine Texte im Hebräischen schrieb. Das unterschied ihn von den allermeisten jüdischen Wiener Schriftstellern seiner Zeit und machte ihn zu einem Begründer einer modernen hebräischen Literatur, die ihre Wurzeln jedoch noch fest in Europa hatte. Das lässt sich nun in einer Neuauflage von Vogels großen Roman „Eine Ehe in Wien“ nachlesen. Weiterlesen