Schlagwort: Bekenntnisliteratur

Stuckrad-Barres „Panikherz“: Gegen die Ironie und für das Gefühl

Es ist ein seltenes Unglück, eine Buchbesprechung schon ganz zu Anfang mit einem Disclaimer versehen zu müssen. Das Sprechen über „Panikherz“ kann nur ein ungerechtes sein, was sich dieses Buch selbst eingebrockt hat. Denn Benjamin von Stuckrad-Barres neuster – ja, was eigentlich – Roman bzw. Autobiographie hat wohl vor allem eine selbstherapeutische Intention. In diesem Sinne kann man nur hoffen, dass es dem Autor geholfen hat, denn scheinbar stand es bei dem Schriftsteller mehrere Male Spitz auf Knopf, die letzte Ausfahrt zu nehmen. Wer sich „Panikherz“ mit einem voyeuristischen Interesse nähert, wird auf seine Kosten kommen, denn Stuckrad-Barre lüftet ausgiebig die eigene Bettdecke. Doch als literarischer Text muss das Buch auch anderen Kriterien standhalten: Schafft es der Text, die Geschichte seiner Figur soweit poetisch zu verdichten, dass daraus eine Generationengeschichte wird? Leider nicht – „Panikherz“ ist eher als Symptom zu lesen, denn hier wird wenig Literatur und viel Therapie betrieben. Weiterlesen