Schlagwort: Briefroman

Bernhard Schlinks „Olga“: Kein weites Feld

Mit seinem „Vorleser“ bescherte Bernhard Schlink der deutschen Literatur Mitte der 1990er Jahre einen der seltenen weltweiten Bestseller: Sein Roman wurde in 45 Sprachen übersetzt, schaffte es auf die berüchtigte Bestsellerliste der New York Times und wurde folgerichtig mit Hollywoodbesetzung verfilmt. Obwohl Schlink danach sieben weitere Bücher veröffentlichte, blieb es bei dem internationalen One-Hit-Wonder. Kein anderer seiner Romane konnte einen vergleichbaren Erfolg erzielen. Wie sieht es also mit der achten Veröffentlichung nach dem „Vorleser“ aus? Weiterlesen

Martin Walser: Im Patentamt der Literatur

Wer Martin Walsers Werkverzeichnis überfliegt, muss schon zweimal hinschauen, um zu realisieren, es mit der Schaffenskraft eines Achtundachtzigjährigen zu tun zu haben. Walser ist so etwas wie der Helmut Schmidt der deutschsprachigen Literatur: je älter er wird, desto mehr hat er zu sagen. Das Alter des Schriftstellers im Zusammenhang mit seinem neusten Roman „Ein sterbender Mann“ zu erwähnen, ist eigentlich eine makabre Wendung. Doch fern liegt es trotzdem nicht. Denn im letzten Abschnitt seines Schaffens wendet sich der Autor den großen Themen zu: dem Sterben und der eigene Entscheidungskraft über den Tod, Leidenschaft im Alter und großen Zäsuren im Lebensweg. Leider bricht Walsers Erzählkonstrukt unter der Last derlei thematischer Schwergewichte zusammen. Weiterlesen