Schlagwort: Bulgakow

Träumst du noch oder lebst du schon? Gaito Gasdanows „Die Rückkehr des Buddha“

Viel Kafka und ein bisschen Bulgakow – das ist „Die Rückkehr des Buddha“ von Gaito Gasdanow. Der Text wurde erstmalig als zweiteiliger Fortsetzungsroman in der russischen Exil-Literaturzeitschrift „The New Review“ in New York zwischen 1949 und 1950 veröffentlicht. Der Hanser Verlag, der bereits 2012 Gasdanows bekannteren Roman „Das Phantom des Alexander Wolf“ herausgab, hat den Roman erneut zugänglich gemacht und trägt damit maßgeblich zur Wiederentdeckung von Gasdanows Werk im deutschsprachigen Raum bei. Weiterlesen

Protest und Magie: Vladimir Vertlibs „Lucia Binar und die russische Seele“

Vladimir Vertlib, der in Sankt Petersburg geborene Schriftsteller, welcher in seiner Kindheit mit seinen Eltern aus Russland emigrierte und sich schließlich in Österreich niederließ, publiziert seit rund zwanzig Jahren regelmäßig Romane und Erzählungen. Lucia Binar und die russische Seele ist kein literarisches Debüt, sondern der Text eines handwerklich versierten Autors, dem man seine Erfahrung anmerkt: keine Experimente, sondern einfache, solide Erzählprosa – das ist Lucia Binar. 
Vertlibs bisherige Veröffentlichungen verhandeln überwiegend die Frage und Suche nach der jüdischen Identität, den russischen Wurzeln und dem Leben im Exil. Sein neuer Text streift diese Themen nur periphär. Lucia Binar und die russische Seele ist ein Roman über das Wien der Gegenwart: eine Stadt im Wandel, das einen Kompromiss zwischen Traditionsbewusstsein und Moderne sucht. Im Zentrum steht die titelgebende Seniorin Lucia Binar, die sich gegen die Gentrifizierung in ihrer Straße wehrt.  Weiterlesen