Schlagwort: Das Singen der Sirenen

Michael Wildenhains „Das Singen der Sirenen“: Ausgeheult

Die Geisteswissenschaften haben es gesamtgesellschaftlich nicht leicht. Sie bringen keinen direkten Ertrag hervor, gelten als verquatscht und unproduktiv. Wer heuer eine Kostprobe eines weitverbreiteten Ressentiments genießen möchte, musste in den letzten Wochen nur einen Blick in DIE ZEIT werfen. Da verteidigte die zuletzt etwas über zwielichtige Konten ins Straucheln geratene Speerspitze des Feminismus ihr Zentralorgan „Emma“ gegen Rassismusvorwürfe, die die Gender-Theoretikerinnen Judith Butler und Sabine Hark erhoben. Ein einziges Wort reicht aus, um zu verstehen, woher der Wind eigentlich wehte: „Berufs-Denkerinnen“ seien die beiden. Schwarzer hatte gar nicht erst vor, den beiden inhaltlich gegenüberzutreten, sondern versuchte lieber, direkt einen ganzen Berufsstand zu diskreditieren. Dass jemand dafür bezahlt wird zu denken, ist in einer ergebnisorientierten Gesellschaft ein Skandalon, selbst bei solchen, die sich einstmals selbst als Vordenkerin sahen. Darüber was es heißt, sich mit dem Immateriellen zu beschäftigen, hat Michael Wildenhain den Roman „Das Singen der Sirenen“ geschrieben. Weiterlesen