Schlagwort: Doppelgänger

Peter Stamms „Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt“: Alles auf Anfang

Peter Stamm bezeichnet sich selbst als einen stillen Autor. Das hat ihm, wie die Lüscher-Stamm-Bärfuss-Debatte gezeigt hat, Kritik eingebracht, aber eigentlich hat es ihm mehr genützt. Er gilt heute als einer der begnadetsten Schweizer Autoren, der im Gegensatz zu Lüscher und Bärfuss als ein Meister der Reduktion gilt. Peter Stamms Bücher durchgeistert immer ein leichter Hauch philosophischer Rotweinseligkeit. Statt ins kalte Herz des Silicon Valleys zu schauen, wie Lüscher, oder gar die Fundamente der westlichen Zivilisation in Frage zu stellen, wie Bärfuss, stellt Stamm in seinen Texten die großen Fragen nach den Möglichkeiten der Liebe, zweiten Chancen, Sinnhaftigkeiten von Existenzen und den Bedingungen eines glücklichen Lebens. So auch in „Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt“, das jedoch nicht mehr ist als ein Zwischentext. Weiterlesen

Im sauren Regen: Hendrik Otrembas „Über uns der Schaum“

Otremba-Über uns der Schaum

Dass Songtexte auch literarisch sein können, ist spätestens seit der Debatte um die lyrische Qualität von deutschsprachigen Raptexten im Jahr 2015 Konsens. Warum da weiterhin nur auf wenige Verse beschränken?, dachten sich in den letzten Jahren immer mehr Musiker, die nach und nach ihre Debütromane veröffentlichten. Nach Tomte-Sänger Thees Uhlmann und seinem nach amerikanischer Popcorn-Komödie der 1990er klingendem Buch „Sophia, der Tod und ich“ hat nun auch Hendrik Otremba, Sänger der Band „Messer“ mit „Über uns der Schaum“ sein Romandebüt vorgelegt. Weiterlesen