Schlagwort: Erzählung

Alberto Vigevanis „Sommer am See“: Ciao, Bella!

Der Mythos vom ‚Sommer, in dem man erwachsen wird‘ gehört zum Coming-of-Age-Genre wie die Butter aufs Brot. In Wolfgang Herrndorfs „Tschick“ nutzen der gleichnamige Protagonist und sein 14-jähriger Kumpel die Sommerferien, um sich auf den gemeinsamen Roadtrip zu begeben und ihr zu Hause hinter sich zu lassen, Mercedes Lauensteins „Blanca“ reist ins sommerliche Italien, um dort ihr Coming-of-Age zu erleben. André Kubiczeks „Skizze eines Sommers“ (Shortlist Deutscher Buchpreis 2016) trägt jenen Sommer mit den ‚ersten großen Gefühlen‘ bereits im Titel – genau wie „Sommer am See“ von Alberto Vigevani. Weiterlesen

Leander Steinkopfs „Stadt der Feen und Wünsche“: Irgendwie auch uncool

Vermutlich hat keine Nation, zumindest keine europäische, ein derart neurotisches Verhältnis zu seiner Hauptstadt wie Deutschland. Diejenigen, die nicht dort wohnen, zeigen sich genervt vom Berliner Selbstverständnis, sich als Nabel der Welt zu verstehen, Berliner hingegen sind vor allem von Berlinern genervt und werden dadurch getrennt, dass sich die eine Hälfte in einer naiven Berlinbegeisterung ergeht, während die anderen peinlich genau darauf achtet, besonders abgeklärt zu sein. Weil Berlin für irgendjemanden immer eine Qual zu sein scheint, häufen sich die Tiraden, die gegen diese Stadt geschrieben werden. In den Chor der Misstöne reiht sich nun Leander Steinkopf mit seiner Erzählung „Stadt der Wünsche“ ein. Weiterlesen