Schlagwort: Exilroman

Träumst du noch oder lebst du schon? Gaito Gasdanows „Die Rückkehr des Buddha“

Viel Kafka und ein bisschen Bulgakow – das ist „Die Rückkehr des Buddha“ von Gaito Gasdanow. Der Text wurde erstmalig als zweiteiliger Fortsetzungsroman in der russischen Exil-Literaturzeitschrift „The New Review“ in New York zwischen 1949 und 1950 veröffentlicht. Der Hanser Verlag, der bereits 2012 Gasdanows bekannteren Roman „Das Phantom des Alexander Wolf“ herausgab, hat den Roman erneut zugänglich gemacht und trägt damit maßgeblich zur Wiederentdeckung von Gasdanows Werk im deutschsprachigen Raum bei. Weiterlesen

Irmgard Keun: Kindermund tut Unsinn kund

Auf der letzten Seite von Anna Seghers atemberaubenden Roman „Transit“ heißt es: „Sie läuft noch immer die Straßen der Stadt ab, die Plätze und Treppen, Hotels und Cafés und Konsulate auf der Suche nach ihrem Liebsten. Sie sucht rastlos nicht nur in dieser Stadt, sondern in allen allen Städten Europas, die ich kenne, selbst in den phantastischen Städten fremder Erdteile, die mir unbekannt geblieben sind. Ich werde eher des Wartens müde als sie des Suchens nach dem auffindbaren Toten.“ Das Leben im Wartestand, das Verharren in Transiträumen waren Schicksale, die viele der Exilanten während des Dritten Reichs erleiden mussten. Sie wurden zu Kosmopoliten wider Willen: Weltreisen als Fluchtgeschichten. Auch Irmgard Keun war eine dieser Exilanten, obgleich sie noch während des Zweiten Weltkriegs nach Deutschland zurückkehrte. Dieses Thema verarbeitete sie im 1938 erschienen Roman „Kind aller Länder“, der nun von Kiepenheuer & Witsch neuaufgelegt wurde. Weiterlesen