Schlagwort: feministische Literatur

Am Weltenrand: Helene Bukowskis „Milchzähne“

Postapokalyptische Romane kommen eigentlich nie aus der Mode, und trotzdem könnte man meinen, es erscheinen immer dann besonders viele neue dystopische Endzeit-Texte, wenn Zeitgeist und Gesellschaft verunsichert sind, sich in ihren Grundfesten bedroht fühlen. Dass gerade die Deutschen mit ihrer ‚German Angst‘ als besonders nervös gelten, hat unlängst Frank Biess in seiner Studie „Republik der Angst“ gezeigt, und so überrascht es kaum, dass gerade in den letzten Monaten einige Postapokalypsen den deutschsprachigen Literaturmarkt prägen. Nach Juan S. Guses Roman „Miami Punk“ kommt „Milchzähne“, der Debütroman von Helene Bukowski, mit seinen 250 Seiten fast schmal daher – und entfaltet ein postapokalyptisch-feministisches literarisches Endzeitgewitter, das sich sehen lassen kann. Weiterlesen

‚Sei doch nicht gleich so hysterisch‘: Katharina Adlers „Ida“

Die Couch von Dr. Sigmund Freud gehört als Symbol der Psychoanalyse zum festen Interieur des 20. Jahrhunderts. Ziel der Therapie bei Freud ist es, die Lebensgeschichte des zu Behandelnden zu vervollständigen, eventuelle Lücken oder Widersprüche, die nach Freud ein möglicher Grund für die Symptome sein können, aufzulösen. Eine seiner prominentesten Patientinnen, Ida – besser bekannt als Dora –, bricht die ‚Redekur‘ im Jahr 1900 nach knapp drei Monaten vorzeitig ab. Katharina Adler hat sich nun Freuds Therapiemodell zum Vorbild genommen und die Lebensgeschichte von Ida Bauer, ihrer Urgroßmutter, in ihrem Debütroman vervollständigt. Weiterlesen