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Charlotte Roches „Mädchen für alles“: Literatur als Programmzeitschrift

Charlotte Roche hat kürzlich in einem Interview mit der FAZ beachtenswertes Kund getan: „Ich treffe bei Lesungen Leute, die sagen, dass sie es noch nie geschafft haben, ein Buch ganz durchzulesen, außer meins. Das heißt, ich erreiche Leute, die sonst nicht lesen.“ Sie hat damit ziemlich treffend ihre Rolle im Literaturbetrieb beschrieben. Die Bücher von Charlotte Roche zeigen der Kritik regelmäßig die Grenzen auf: So sehr das Feuilleton auch über ihre Bücher herfallen mag, sie verkaufen sich dennoch wie geschnitten Brot. Wenn man es positiv beschreiben wollte, hat man es hier also mit einer besonders mündigen Leserschaft zu tun. Im Umkehrschluss könnte dies aber auch bedeuten, die Kritik hat ihre Rolle als Literaturvermittlung – zumindest in diesem Fall – längst aufgeben müssen. Anstatt also auch ihren neusten Roman „Mädchen für alles“ in Bausch und Bogen zu verreißen, muss wohl eher der Versuch einer Annäherung an das Phänomen Roche gewagt werden. Weiterlesen