Schlagwort: Georg Diez

Christian Krachts „Die Toten“: Achtung, Sie betreten die hölderlinsche Zone

Vier Jahre ist es nun her, da rüttelte gerade der neuste Christian Kracht-Roman das deutschsprachige Feuilleton aus seiner Schläfrigkeit. Den Anfang machte Georg Diez, der mit seinem Vorwurf, Kracht sei „Türsteher des rechten Gedankens“, die Debatte lostrat. Ein gefeierter, rechter Schriftsteller? Nachdem Botho Strauß niemandem mehr die Zornesröte ins Gesicht treibt und Martin Walser das Dasein als Punchingball satt hat, war mit Kracht ein würdiger Nachfolger gefunden. Es wurde protestiert, es wurde ein bisschen zurückgerudert, schließlich wurde die Sache vergessen, nachdem sich Kracht für eine Weile ins mediale Nirwana zurückzog. Aus der Aufregung ist nun Tradition geworden. Pünktlich zur Veröffentlichung Krachts neuen Roman „Die Toten“ wurde sich wieder gründlich geärgert – dieses Mal jedoch in Form eines Sturms im Wasserglas. Weiterlesen

Rainald Goetz: Protokollant! der Gegenwart?

Rainald Goetz erhält den Büchner-Preis. In ihrer Begründung teilt die Jury unter anderem mit: „Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung zeichnet einen Autor aus, der sich mit einzigartiger Intensität zum Chronisten der Gegenwart und ihrer Kultur gemacht hat.“ Das Label des Chronisten wurde dankend von medialer Seite angenommen. Da war mal vom Protokollanten die Rede oder aber von der einzigartigen Gabe, einen gewissen Sound zu verstehen. Einig waren sich alle, dass Rainald Goetz sich wie kaum ein anderer in der Gegenwart bewegt. Nur Georg Diez beschwerte sich lieber über Literaturpreise an sich als sich mit Goetz auseinanderzusetzen.

Doch worin besteht dieser besondere Draht zur Gegenwart?  Weiterlesen