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Helmut Lethens „Die Staatsräte“: Jahrmarkt der Eitelkeit

Der Nationalsozialismus war vieles, aber er war auch ein Programm zur Vertreibung der Intelligenz aus Deutschland. Die, die es herausschafften, zog es in die Schweiz, nach England oder in die USA – sie ließen ein Land zurück, dessen Elite ideologisch strammgezogen war oder verstummte. Doch wer in Deutschland blieb und sich anpassen wollte, dem konnte es sehr gut gehen, schließlich war dem Regime nicht daran gelegen, die Verbliebenen auch noch zu verschrecken. Die Machthaber umgaben sich gerne mit vermeintlichen Genies und förderten sie in feudalistischer Manier. So wie die vier Herren, um die es in Helmut Lethens „Die Staatsräte“ geht. Lethen erkundet darin das Verhältnis der Macht zum Intellektuellen und umgekehrt. Weiterlesen