Schlagwort: Hanser Berlin

Who’s watching? „Die Hochhausspringerin“ von Julia von Lucadou

Höher, schneller, weiter: Im Big Data-Zeitalter ist so gut wie alles messbar. Vom Schritt- und Stockwerkzähler am Handgelenk oder im Smartphone über die Smartwatch, die nicht nur die körperliche Betätigung, sondern auch Puls und Schlafrhythmus dokumentiert, bis zur Auswertung der eigenen ’sozialen Performance‘ in den sozialen Netzwerken über Likes und Shares – der Mensch des 21. Jahrhunderts ist gläsern, vor sich selbst, aber auch vor anderen. Wohin das führen könnte erzählt Julia von Lucadou in ihrem Roman „Die Hochhausspringerin“. Weiterlesen

Verbotene Liebe? Lisa Kreißlers „Das vergessene Fest“

Der Wald ist eines der bedeutendsten, wenn nicht das zentrale topographische Motiv der deutschen Literaturgeschichte. Von den Brüdern Grimm über Kleist bis zu Gegenwartsautorinnen und -autoren wie Reinhard Kaiser-Mühlecker oder Jovana Reisinger bietet er Raum für Romantik und Idylle, für Archaisches und Mythisches, aber auch für Furcht und Schrecken. In Lisa Kreißlers neuem Roman ist der Wald all dies zugleich. Weiterlesen

Fuchsteufelswild: Maren Wursters „Das Fell“

„Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt.“ – Wenn man eines im Literaturstudium lernt, dann ist das wohl, den ersten Satz von Kafkas „Verwandlung“ zu zitieren. Die langsame Metamorphose vom Menschlichen zum Tierischen hat auch Maren Wurster, die im letzten Jahr ihr Studium am Deutschen Literaturinstitut abschloss, in ihrem Debütroman „Das Fell“, der diesen Sommer bei Hanser Berlin erschien, zum Thema gemacht. Weiterlesen

Darf’s noch ein bisschen mehr sein? Hanya Yanagiharas „Ein wenig Leben“

Neben Elena Ferrantes neapolitanischer Saga hat wohl kaum ein Roman in den USA in den letzten Jahren einen so großen medialen Hype ausgelöst wie „A little life“, der zweite Roman der amerikanischen Schriftstellerin Hanya Yanagihara. Beide Werke teilen die epische Länge – bei Ferrante zweitausend Seiten, immerhin auf vier Bände verteilt, im Fall von „A little Life“ knapp tausend Seiten am Stück – und in gewisser Weise auch die Thematik: Es sind die Geschichten lebenslanger Freundschaften. Während der eine Roman die Geschichte zweier Frauen aus dem italienischen Rione von ihrer Kindheit in den fünfziger Jahren an bis in die Gegenwart rekonstruiert, erzählt „A little life“ von vier Männern, die sich zu Collegezeiten in New York kennenlernen und ihr Leben lang verbunden bleiben. Nun ist „Ein wenig Leben“ in deutscher Übersetzung von Stephan Kleiner erschienen. Schwappt der Hype aus den USA rüber?

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