Schlagwort: Haus für Poesie

open mike 2016: Die junge Literatur kapert den Heimathafen

Einmal im Jahr verwandelt sich der Neuköllner Heimathafen von einem Veranstaltungssaal für Kiez-Comedy, Konzerte und Kleinkunst zur Weihestätte der jungen deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. An einem kalten Novemberwochenende versammelte sich die Berliner Literaturszene und vollzog den 24. open mike. Neben dem Klagenfurter Ingeborg Bachmann-Preis kann sich der open mike selbstbewusst als der wichtigste Literaturwettbewerb verstehen, für die Veranstalter war es das erste Mal unter dem neuen Namen „Haus der Poesie“. Während die Jury wohl lange nicht mehr so namhaft besetzt war, musste der Zuhörer bei den gelesenen Texten dieses Jahr viel Mittelmaß über sich ergehen lassen. Gewinner wurden trotzdem gekürt: Was sagen sie über den Zustand der jungen Gegenwartsliteratur aus? Weiterlesen

Berliner Rede zur Poesie: „Was nicht gesagt ist“

Normalerweise ist das Rote Rathaus in Berlin ein Ort für uninspirierte Politik und wüste Bürokratie, doch am Montag, den 12. September, hielt die Literatur Einzug in die zwischen Prunk und DDR-Plaste tendierenden Hallen. Wer eingeladen war, besuchte am Anfang des Abends eine Veranstaltung der Literaturwerkstatt und verließ das Rathaus als Gast des Hauses für Poesie. Denn der Abend stand gleich unter zwei Sternen: es sollte die erste Berliner Rede zur Poesie von Oswald Egger gehalten und gleichzeitig die Umbenennung der Literaturwerkstatt gefeiert werden, mit dem der Verein seiner immer stärker werdenden Ausrichtung als Ort für Lyrik Ausdruck verleiht. Auch wenn mit dem regierenden Bürgermeister Michael Müller echte Politprominenz vor Ort war, gegenüber Oswald Egger sahen sie alle blass aus. Weiterlesen