Schlagwort: Heinz Strunk

2017: Zehn Bücher zum Vergessen

Auch in diesem Jahr gab es neben manchen Highlights wieder diejenigen Bücher, die einen fast um den Verstand gebracht, einen gequält und gepeinigt haben. Bei manch einem Buch war die Katastrophe schon fast mit eingeplant, andere sind mit großen Vorschusslorbeeren eingegangen und haben dann umso mehr enttäuscht. Hier also die wie immer völlig objektive und ultimative Liste der schlechtesten Bücher des Jahres 2017: Weiterlesen

Heinz Strunks „Jürgen“: Back to earth

Häme ist im Fall Heinz Strunk unangebracht. Eigentlich kann man sich Charaktere wie ihn im Literaturbetrieb nur wünschen. Strunk ist ein Outsider. Den Weg der Literatur hat er als Quereinsteiger genommen, davor war er als etwas quatschiger Spaßvogel im Fernsehen und in der Musikbranche bekannt. Mit „Der goldene Handschuh“ katapultierte er sich selbst ins Hochfeuilleton. Anstatt sich, wie die meisten, mit Teflon zu überziehen und den Ruhm still an sich abtropfen zu lassen, stolzierte Strunk mit stolzgeschwellter Brust durch die Gegend. Die große FAZ in Form von Jürgen Kaube hatte sich dazu herabgelassen, sich mit seinem Text zu beschäftigen! Die naive Freude des Heinz S. war eine angenehme Abwechslung und berechtigt war sie auch noch, denn „Der goldene Handschuh“ war tatsächlich ein großartiger Text. Nun ist Strunks nächster Roman „Jürgen“ erschienen. Man soll das Eisen schmieden, solange es heiß ist, so war wohl der Gedanke, anders kann man dieses Tempo nicht erklären. Leider hat sich Strunk daran die Finger verbrannt. Weiterlesen

Heinz Strunk: Die Nacht der lebenden-toten Scheißhausexistenzen

Karl Marx schrieb im „Achtzehnten Brumaire des Louis Bonaparte“: „Hegel bemerkte irgendwo, daß alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen. Er hat vergessen, hinzuzufügen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce.“ Man kann über die Richtigkeit dieses Schemas streiten, aber im Fall Franz Honka trifft es einen wunden Punkt. Bei dem Serienmörder, der im Hamburg der Siebziger sein Unwesen trieb, wiederholte sich Geschichte als grausame Farce. Im Lebensweg dieser gequält-quälenden Gestalt bildete sich der ganze Horror des 20. Jahrhunderts ab und schließlich verbreitete er selbst Angst und Schrecken: er ging in die Geschichte als Mörder vierer Frauen ein. Dieser Geschichte widmet sich nun Heinz Strunk in seinem neuen Roman „Der goldene Handschuh“ – ein kluger Text, der nie Verständnis anbieten möchte, aber um Erkenntnis ringt. Weiterlesen