Schlagwort: Ich-Roman

Mareike Krügels „Sieh mich an“: Das Leben, das keiner wollte

Plötzlich wacht man auf und weiß: Das war es nun. Das Leben wird keine Überraschungen mehr für einen übrig haben, alles ist eingerichtet. Wie konnte das Leben so werden wie es ist? Wo hat man die falsche Abzweigung genommen und wieso hat man es nicht früher kommen sehen? Die Frage danach, wie determiniert das Leben ist, hat die Literatur schon immer fasziniert. Bei Thomas Mann lernt man, dass Familien so etwas wie Schicksalsgemeinschaften sind, die Gesetzmäßigkeiten folgen, Max Frisch setzte der Sehnsucht nach der Flucht aus dem eigenen Leben das Spiel mit der Identität entgegen und die Ronja von Rönnisierte Literatur der Millenials klagt vor allem darüber, dass eigentlich alles gut, aber doch irgendwie langweilig ist. Auch Mareike Krügels neuer Roman „Sieh mich an“ geht der Frage nach, wie eigentlich alles so weit kommen konnte. Weiterlesen

Andreas Maiers „Der Kreis“: „Haus. Stille. Gardinen. Ich.“

Im schnelllebigen Literaturbetrieb ist Andreas Maier eine echte Konstante. Während ein Debüt das nächste Debüt jagt, Autoren mal Historienromane, mal Science-Fiction-Dystopien veröffentlichen, schreibt Maier mit mönchischer Gelassenheit seit Jahren an seiner autobiographischen Romanreihe oder wie er es nennt: der Ortsumgehung. In den letzten Bänden ging es um die geistige Vermessung des Elternhauses, Onkel J., den romantischen Ersterlebnissen und der Aneignung einer eigenen Sprache, geschult an der Bravo. So wie sich das Leben beim Aufwachsen immer weiter öffnet, entfaltet sich auch Maiers Romanzyklus: von der kleinsten Einheit des Hauses, dem Zimmer, bis nun mittlerweile zum Kreis. In diesem neusten Band erwacht im Ich der Schriftsteller. Weiterlesen