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Ijoma Mangolds „Das deutsche Krokodil“: Das Unikum

Als Kritiker selbst Bücher zu schreiben, ist wohl das gefährlichste Vorhaben in der Literaturbranche. Gibt es positive Reaktionen vermutet jeder Freundschaftsdienste, wird das Buch verrissen, meint man die Messer zu hören, die schon jahrelang in Vorbereitung gewetzt wurden. So oder so, man kann es eigentlich kaum jemanden Recht machen. Früher war das eigene (literarische) Schreiben und Kritikersein noch kein Widerspruch, da war es aber auch üblicher, dass Schriftsteller als Kritiker tätig wurden. In jüngerer Vergangenheit hat Fritz J. Raddatz sich mit seinem eigenen Werk ganz passabel geschlagen, vor allem mit seinen biographischen Texten, Reich-Ranicki versuchte sich erst gar nicht am Fiktionalen, feierte dafür riesige Erfolge, vor allem mit seinem Memoir. Schlechter erging es da Helmuth Karasek, der mit seinen literarischen Gehversuchen regelmäßig auf die Nase fiel. Nun hat sich Ijoma Mangold, Literaturchef bei der ZEIT, ein Herz gefasst und in „Das deutsche Krokodil“ sein Leben beschrieben. Leider hat der literaturbeflissene Kritiker darin keinen konsequenten Umgang mit dem Autobiographischen gefunden. Weiterlesen