Schlagwort: Jakob Nolte

2017: Zehn Bücher, die bleiben

Neben den vielen literarischen Enttäuschungen und Ärgernissen des Jahres gab es natürlich auch wieder einige Lichtblicke, Bücher, die einem eine andere Weltsicht eröffnet, schockiert, angeregt, verunsichert haben. Ob sie die Zeit überdauern werden und irgendwann in den Kanon der Literatur eingehen werden? Man möchte es ihnen wünschen. Hier also die ebenso objektive wie ultimative Liste der zehn besten Bücher des Jahres 2017. Weiterlesen

Jakob Noltes „Schreckliche Gewalten“: Of Wolf and Man

Nolte_SchrecklicheGewalten

Wer einmal einen kurzen Blick über die bisher zusammengetragenen Pressestimmen zu Jakob Noltes „Schreckliche Gewalten“ wirft, dem kann ganz schwindelig werden. Der junge deutsche Autor aus der niedersächsischen Provinz muss vor Selbstbewusstsein kaum laufen können: ein junger Thomas Pynchon soll er sein, tarantinoeske Literatur schreiben, der wahnsinnigste Künstler seit David Lynch. Vergleiche in der Kritik haben immer zwei Funktionen: Sie dienen der Orientierung, machen Querverbindungen auf und sollen Kontinuitätslinien aufzeigen. Und sie dienen dem Kritiker als Beweis der eigenen Belesenheit. Dass bei Nolte der Hang zum Vergleich besonders groß ist, mag einmal daran liegen, dass er noch kein Werk vorweisen kann, aus dem heraus man den Roman erklären könnte, aber auch daran, dass „Schreckliche Gewalten“, wie viele bekundeten, mit seiner Wucht überfordert. Vielleicht ist daher der Vergleich im Fall von Jakob Nolte das größte Lob – anders kriegt man ihn nicht in den Griff. Weiterlesen