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Gomes/Thermanns „Berge, Quallen“: Verirrt auf dem Assoziationspfad

Was zeichnet einen erfolgreichen Kriminalroman aus? Ein etwas verschrobener, alkoholabhängiger Ermittler, mit dem der Leser sich aber trotzdem identifizieren kann, ein geekiger Sidekick, vielleicht ein Hackergirl oder ein dicker Tollpatsch, ein knackiger Mord, ein ungewöhnliches Setting, etwa eine Zeche im Ruhrgebiet oder ein Nudistendorf an der Ostsee, und vor allem: Suspense. Zwar entspringt die Spannung aus einem Moment der Unsicherheit über den Verlauf der Handlung, die Identität des Täters etc., um diese Unsicherheit herzustellen, ist der Leser jedoch auf einen nachvollziehbaren Handlungsverlauf, eine gewisse chronologische Ordnung und plastische Figuren angewiesen. Daher hat sich das Autorenduo Mário Gomes und Jochen Thermann gedacht: verzichten wir auf all das und schreiben mit „Berge, Quallen“ einen Anti-Krimi. Was auf dem Papier interessant klingt, erweist sich bei der Lektüre als quälend. Weiterlesen