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Jonas Lüschers „Kraft“: Akademische Kraftmeierei

Jonas Lüschers literarische Karriere ist die Geschichte einer Prokrastination. Eigentlich sollte der Schweizer schon längst seine Dissertation zur narrativen Bewältigung von sozialer und philosophischer Komplexität geschrieben haben. Vielleicht ist es nur folgerichtig, dass er sich im Laufe seiner akademischen Tätigkeit dafür entschieden hat, Dissertation Dissertation sein zu lassen und die literarische Durchführung gleich selbst erprobt hat. Mit der Novelle „Frühling der Barbaren“ hat Lüscher dann ganz einfach die gesellschaftliche Komplexität in die Literatur gebracht und eine kluge Arabeske über die Finanzkrise geschrieben. Vier Jahre später ist die Dissertation immer noch nicht fertig, dafür sein erster Roman. „Kraft“ heißt er und irrlichtert um das Thema Liberalismus in Zeiten von Transhumanismus und Silicon Valley. In diesem Fall ist es leider mehr wissenschaftliche Arbeit, weniger Literatur geworden. Weiterlesen

Tausendundeine Nacht in der Finanzkrise: Jonas Lüschers „Frühling der Barbaren“

Bereits 2013 erschien die schmale Debütnovelle von Jonas Lüscher, die es im Erscheinungsjahr auf die Longlist des Deutschen Buchpreises schaffte. Der in sieben Kapitel gegliederte Text ist die Geschichte einer Eskalation, die es in sich hat. Der Text thematisiert inhaltlich zeitgeschichtliche, aktuelle Themen wie die Finanzkrise und den arabischen Frühling, erzählt sie aber anhand traditionellen Ritus-Motiven in der Form einer klassischen Novelle. Weiterlesen