Schlagwort: Kindheit

Aharon Appelfelds „Meine Eltern“: Der letzte Sommer

Appelfeld-Meine Eltern

Aharon Appelfeld, der 1932 als Erwin Appelfeld bei Czernowitz geboren wurde, gehört zu den wichtigsten Schriftstellern der israelischen Gegenwartsliteratur. Nur wenige Wochen vor seinem Tod Anfang Januar 2018 ist sein Roman „Meine Eltern“ in der deutschen Übersetzung von Mirjam Pressler erschienen. Darin erinnert er den letzten Sommerurlaub mit seinen Eltern in einer Welt von gestern. Weiterlesen

„Amazingly beautiful and terrifyingly alone“: Jacqueline Woodsons „Another Brooklyn“

Blickt man über den Tellerrand der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur auf jene Bücher, die auch international Erfolge feiern, zeigt sich, dass vor allem ein Thema Konjunktur zu haben scheint, das in der Literatur, die hierzulande entsteht, seltener thematisiert wird: Viele der erfolgreichsten Romane der letzten Jahre erzählen von Freundschaften zwischen Mädchen und Frauen. Allen voran Elena Ferrante mit ihrer Neapolitanischen Saga, aber auch Emma Cline mit ihrem Roman „The Girls“ oder Zadie Smiths neuester Roman „Swing Time“ sind in ihren Übersetzungen auch hierzulande sehr erfolgreich. Einer der großartigsten Romane über eine ‚female friendship’ wurde bislang noch nicht übersetzt: Jacqueline Woodsons „Another Brooklyn“. Weiterlesen

Regretting Fatherhood: Luise Maiers „Dass wir uns haben“

„Ich darf niemals Kinder haben.“ – Ein ganzes Notizheft füllt die namenlose Ich-Erzählerin in Luise Maiers Debüt „Dass wir uns haben“ mit diesem Satz in der ersten Szene des Romans, in der das Ich szenisch auf eine traumatische Kindheit zurückblickt: In einem grünen Haus, irgendwo im Nirgendwo, wächst sie mit Vater, Mutter und Bruder alles andere als behütet auf. Wer in diesem Erstling der Absolventin des Schweizer Literaturinstituts auf ein Happy End wartet, der wartet vergebens. Weiterlesen

Eichhörnchen in Bomberjacken: Tijan Silas „Tierchen unlimited“

Sila_Tierchen unlimited

Tijan Sila und sein Ich-Erzähler haben viel gemeinsam. Sie stammen beide aus Sarajewo, beide flüchten 1994 vor dem Krieg nach Deutschland und leben dort zunächst in der Pfalz, später studieren sie beide in Heidelberg. Autobiographische Kurzschlüsse liegen da nah, vor allem weil diese Art der Texte, die sich zwischen Fiktion und Fakten nicht recht entscheiden mögen, im Trend liegen. Mit „Tierchen unlimited“ legt Sila, der als Berufsschullehrer arbeitet, seinen Debütroman vor. Eine klassische Migrationsgeschichte aus Kinderperspektive? Keineswegs. Weiterlesen