Schlagwort: Leipziger Buchmesse

Wie Gott in Frankreich: Anne Webers „Kirio“

Weber-Kirio

„Nichts ist sicher in diesem funkensprühenden Roman, der von einem Wunderwesen und dessen Wanderungen quer durch Frankreich bis nach Deutschland erzählt. Ein moderner Schelmenroman voller Sprachphantasie und Komik.“ So begründet die Jury des Preises der Leipziger Buchmesse die Nominierung von „Kirio“, dem neuen Roman von Anne Weber. Gewonnen hat am Ende Natascha Wodin. Vielleicht, weil der Text sich nicht als Schelmenroman, sondern als „Heiligenlegende“ versteht, wie es der Klappentext verkündet? Weiterlesen

Das Ende der Welt: Nis-Momme Stockmanns „Der Fuchs“

Nis-Momme Stockmann, der bislang mit seinen Theaterstücken Erfolge feiern konnte, hat mit „Der Fuchs“ sein erstes Prosawerk vorgelegt und es gleich auf die Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse geschafft. Seine Thematik passt zum Zeitgeist der deutschen Gegenwartsliteratur: In dystopischer Manier wird die Apokalypse durchgespielt, als eine große, alles auslöschende Flut auf das norddeutsche Dorf Thule trifft, welcher der Protagonist und Chronist Finn Schliemann nur entgehen kann, weil er sich mit zwei Freunden auf das Dach eines Hauses rettet. Was „Der Fuchs“ von Texten wie „Eigentlich müssten wir tanzen“ oder „Winters Garten“ unterscheidet, ist seine Radikalität und sein Mut zum allumfassenden Erklärungsmodell. Stockmann erschreibt auf über siebenhundert Seiten die Entstehung des Universums, dessen Schicksal sich mythisch in einer deutschen Kleinstadt verdichtet. Weiterlesen