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Lwów, Lwiw, Lemberg: Żanna Słoniowskas „Das Licht der Frauen“

Für Joseph Roth war Lemberg die Stadt der „verwischten Grenzen“ – kein Wunder, denn in kaum einer anderen europäischen Stadt wechselte die territoriale Zugehörigkeit im Laufe des 20. Jahrhunderts so häufig. Die Machtübernahmen machten die einst so multikulturelle Metropole im Osten Europas zum Mittelpunkt blutiger Konflikte, die tiefe Spuren im kollektiven Gedächtnis der Einwohner*innen hinterließen. Der Geschichte und Zerrissenheit Lembergs widmet sich Żanna Słoniowska in ihrem Roman „Das Licht der Frauen“, der in der Übersetzung von Olaf Kühl bei Kampa erschienen ist. Weiterlesen

Lutz C. Klevemans „Lemberg“: Das große Nichtmehr

Wenn im Jahr 2014 auf der Krim nicht ein zweifelhaftes Referendum über den Anschluss an Russland durchgeführt worden wäre, die Ukraine würde weiterhin in der Aufmerksamkeitsperipherie Europas schlummern. Das Einzige, was man von der einstigen Sowjetrepublik in Deutschland mitbekam, waren die endlosen politischen Querelen an der ukrainischen Staatsführung und dass jeweils der eine dem anderen den Gashahn abdrehte. Doch mit dem Eingreifen Russlands war das Land am Schwarzen Meer wieder im Zentrum der politischen Auseinandersetzung – bis zur Flüchtlingskrise. Das kulturelle Desinteresse an der Region stand schon immer im Gegensatz zum territorialen Gierblick der Großmächte. Denn das Gebiet, das heute Ukraine heißt, hatte schon viele Namen. Dieses Schicksal teilt auch eine der größten Städte des Landes, Lwiw, das einst Lemberg hieß. Weiterlesen