Schlagwort: literarisches Schreiben

Joseph Roth im „Völkerlabyrinth“ – Reisen in die Ukraine und nach Russland

Es gibt Städte, in denen es nach Sauerkraut riecht. Dagegen hilft kein Barock.

1926 machte sich Joseph Roth für die „Frankfurter Zeitung“ auf eine Reise in das seit neun Jahren sowjetisch regierte Russland. Für den 1984 in Brody geborenen Schriftsteller bedeutete dies eine dreifache Rückkehr. Eine Rückkehr in die Landschaft seiner Kindheit, eine Rückkehr an die Front des Ersten Weltkriegs, in dem er als Infanterist in der österreichischen Armee gedient hat und eine geistige Rückkehr in die verlorengegangene Peripherie des K.u.K.-Reiches.

Dabei herausgekommen sind episodische Schilderungen eines bis heute unbekannten europäisch-asiatischen Raumes. Weiterlesen

James Wood: Die Kunst des Erzählens

Wer sich mit Literatur auseinandersetzen will – sei es als Kritiker, Schriftsteller oder als ambitionierter Leser – muss sich mit Erzähltheoretischem auseinandersetzen. Die literaturwissenschaftliche Narratologie ist bis heute primär geprägt von F.K. Stanzel und Gérard Genette, deren theoretische Schriften das Fundament des Diskurses bilden.

In Die Kunst des Erzählens präsentiert James Wood, der den Lehrstuhl für praktische Literaturkritik in Harvard innehält, seine narratologische Überlegungen in insgesamt 123 Teil-Abschnitten. Sein Ton ist jedoch nicht der eines Professors. Die Kunst des Erzählens möchte keinen neuen theoretischen Ansatz begründen und auch nicht Lehrbuch sein. Wood reflektiert anhand praktischer Textbeispiele die Möglichkeiten von Erzählprosa und Realismus in Vergangenheit und Gegenwart. Weiterlesen