Schlagwort: Marjana Gaponenko

Küss die Hand: Marjana Gaponenkos „Das letzte Rennen“

Mehr ‚Wien‘ geht kaum: In Marjana Gaponenkos neuem Roman „Das letzte Rennen“ werden Fiaker gefahren, es wird über den Graben spaziert und in nächster Nachbarschaft des Praters residiert. Aus der Ich-Perspektive des 1988 geborenen Kaspar Nieć, Sohn eines aus Polen stammenden Millionärs, erzählt der dritte Roman von Gaponenko vom Untergang der höheren Wiener Gesellschaft und einer ambivalenten Vater-Sohn-Beziehung. Während thematische Konstanten durchaus vorhanden sind, unterscheidet sich „Das letzte Rennen“ stilistisch maßgeblich vom mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ausgezeichneten Vorgängerroman „Wer ist Martha?“: „Das letzte Rennen“ ist weniger poetisch, dafür  sarkastisch und voller schwarzem Humor.  Weiterlesen

Zurück zur (Ur-)Sprache: Marjana Gaponenkos „Wer ist Martha?“

Der Moment, in dem Luca Lewadski im Alter von 96 Jahren erfährt, dass ein Karzinom in seiner Lunge gefunden wurde und seine Tage gezählt sind, eröffnet den zweiten Roman von Marjana Gaponenko. Die ersten vier Phasen des Sterbens sind jedoch schnell überwunden: Lewadski akzeptiert sein Schicksal und beschließt, die letzten Tage seines langen Lebens in Luxus zu schwelgen und in die Stadt seiner Kindheit zurückzukehren. „Wer ist Martha?“ ist nichts für Handlungsversessene, dieser Roman lebt von Dialogen, Symbolen und Metaphern. Der Protagonist von Gaponenkos Roman ist nicht Lewadski, sondern die Sprache. Weiterlesen