Schlagwort: Max Frisch

„Böhmisch klingt es.“ Höller/Larcati: „Ingeborg Bachmanns Winterreise nach Prag“

Bachmanns Winterreise nach Prag

Der Mythos Ingeborg Bachmann ist ungebrochen. Der 1926 in Kärnten geborenen Schriftstellerin, die als Lyrikerin nach ihrem legendären Auftritt bei einem Treffen der Gruppe 47 im Sommer 1952 einen kometenhaften Aufstieg feierte, bis sie nach nur zwei Gedichtbänden der Lyrik abschwor und sich der Prosa zuwandte, wird sowohl in der literaturwissenschaftlichen Forschung als auch in der breiten Öffentlichkeit große Aufmerksamkeit zuteil. Auch ihre beiden Verlage – Piper und Suhrkamp – würdigen das Werk der Österreicherin mit einer großen, auf dreißig Bände ausgelegten Werkausgabe, dessen ersten beiden Bände im kommenden Februar erscheinen werden. Hans Höller und Arturo Larcati, zwei namenhafte Bachmann-Forscher, haben dies zum Anlass genommen, um mit „Ingeborg Bachmanns Winterreise nach Prag“ einen Band zur späten Lyrik der Autorin vorzulegen. Weiterlesen

Michael Kumpfmüller: Die Domestizierung der Literatur

Der Mann ist in Gefahr. Schleichend, fast lautlos tritt er den Rückzug an, bedroht von einer aufstrebenden, immer stärker werdenden Gruppe: den Frauen. Was bleibt da noch für die Männer? Sollen sie sich mit ihrem Niedergang abfinden? Und wie könnte ihre neue Rolle aussehen? Auf diese Frage hatte schon Herbert Grönemeyer keine befriedigende Antwort gefunden, mittlerweile ist das Thema in der Literatur angekommen, wie Thomas Hettches „Liebe der Väter“ oder Ralf Bönts „Das entehrte Geschlecht“ zeigt. Der (westliche) Mann befindet sich zwischen Rückzugsgefecht und Neujustierung und geht damit ganz unterschiedlich um: manche lassen noch mal den alten Silberrücken aufleben, andere begleiten ihren Abstieg mit quengeliger Larmoyanz. Die nächste Reise ins Innere des neuen Mannes hat Michael Kumpfmüller mit „Die Erziehung des Mannes“ unternommen und es damit immerhin auf die Longlist des Deutschen Buchpreises geschafft. Weiterlesen