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Arno Geigers „Unter der Drachenwand“: Stell dir vor, es ist Krieg und einer macht Pause

Die Literatur über den Zweiten Weltkrieg ist in der Regel eine Literatur der Front oder des Lagers. Die Pole sind Stalingrad und Auschwitz, während Oer-Erkenschwick selten als Schauplatz gewählt wird. Der Grund dafür ist naheliegend: Wo sonst sollte der Horror der nationalsozialistischen Herrschaft erkundet werden, wenn nicht da, wo dieser sich in Krieg und Vernichtung manifestiert? Die Leerstelle, die diese Literatur gelassen hat, hat am prominentesten W. G. Sebald beklagt, der der Nachkriegsliteratur das Versäumnis vorwarf, den Bombenkrieg nicht thematisiert zu haben. Viel wurde diskutiert, ob die These überhaupt zutreffend sei – sicher ist, dass der Mensch an der Heimatfront der Literatur eher fremd ist. In diese Lücke stößt unter anderen Arno Geiger mit seinem neusten Roman „Unter der Drachenwand“, der die Frage umkreist, was mit einem Soldat passiert, wenn der Krieg eine kurze Pause macht. Weiterlesen