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Der GOLEM kommt! Ausstellung im Jüdischen Museum Berlin

Der Golem ist die wahrscheinlich bekannteste jüdische Legendenfigur. Selbst wer die populären Verarbeitungen des Golem-Mythos aus dem frühen 20. Jahrhundert – Gustav Meyrinks Roman „Der Golem“, der zwischen 1913 und 1914 als Fortsetzungsroman erschien und die drei Golem Stummfilme von Paul Wegener von 1914, 1917 und 1920 – nicht kennt, ist zumindest mit dem Motiv oder den modernen Adaptionen vertraut: Sie sind Teil des Pokémon- oder des Marvel-Universums, seine Attribute sind in diversen modernen Filmfiguren enthalten. Das Jüdische Museum Berlin hat dem Golem nun eine großartige, differenziert-durchdachte und abwechselungsreiche Ausstellung gewidmet, die sich dem literarischen Mythos, seinen diversen Bearbeitungen und den zeitgenössischen Adaptionen widmet. Weiterlesen

old but gold: Gustav Meyrink’s „Der Golem“

Wer an den Golem denkt, der assoziiert unverweigerlich Paul Wegener, den deutschen Filmpionier, seine drei Golem-Filme, die zwischen 1914 und 1920 gedreht und von denen vor allem „Der Golem, wie er in die Welt kam“ zum Stummfilmklassiker wurde. Gustav Meyrinks Roman, der 1913 und 1914 erstmals als Fortsetzungsreihe in den Weißen Blättern und 1915 in Buchform erschien, hat nichts mit den Filmen von und mit Paul Wegener zu tun, keiner der drei Stummfilme ist eine Adaption des literarischen Textes. Meyrinks „Golem“ wurde zum erfolgreichsten deutschsprachigen Roman in der Zeit des Ersten Weltkriegs. Das hat sicherlich dazu beigetragen, dass das Motiv Eingang in gleich drei der frühesten deutschen Kunstfilm-Produktionen fand und so unsterblich wurde, obwohl der Roman 1933 bei den nationalsozialistischen Bücherverbrennungen für immer aus dem Kanon ausgelöscht werden sollte. Weiterlesen