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Isaak Babel: Pogrom ist ein russisches Wort

Um die Jahrhundertwende schien es für einen Moment so, als wäre das Judentum in Mitteleuropa angekommen. In England, Frankreich, Deutschland und Österreich war die jüdische Bevölkerung ein elementarer Teil des bürgerlichen Lebens und die Geistesgrößen der Zeit hatten nicht selten einen jüdischen Hintergrund. Schreckensnachrichten kamen hingegen aus dem Osten: Im zaristischen Russland kam es immer wieder zu tödlichen Übergriffen auf die jüdischen Gemeinden – das Wort „Pogrom“ (russisch für „Verwüstung“ oder „Zerstörung“) war geboren. Dass ein paar Jahrzehnte später die Deutschen das osteuropäische Judentum fast vollständig auslöschen sollten, ist eine der bitteren historischen Volten, die die Geschichte schreiben sollte. Als 1917 die erklärt atheistischen Bolschewiki das Ruder in Russland übernahmen, verhieß das keine Verbesserung für die praktizierenden Juden. Zwei Jahre später versuchten die Machthaber in Moskau die Weltrevolution nach Polen zu tragen, die Leidtragenden waren wieder sie. Aus den Verheerungen des Kommunismus ist der Welt ein Zeugnis erhalten geblieben, Isaak Babels „Budjonnys Reiterarmee“, das von seiner erschreckenden Eindrücklichkeit nichts verloren hat. Weiterlesen