Schlagwort: Proletariat

Theo Thijssens »Ein Junge wie Kees«: Klassenkampf als Rührstück

Theo Thijssen ist ein niederländisches Phänomen und ein europäischer Unbekannter. Soweit unbekannt, dass es beispielsweise keinen deutsch- und französischsprachigen Wikipedia-Artikel zu dem Mann gibt, was schließlich die international anerkannte Fame-Währung schlechthin ist. In Amsterdam hingegen, wo Thijssen geboren und gestorben ist, gibt es Schulen, Museen, Straßen, die dem Autor der Jahrhundertwende gewidmet sind. In den Niederlanden ein Riese, in Europa ein Zwerg? Der Wallstein Verlag möchte das nun ändern und brachte im letzten Jahr Thijssens bekanntestes Buch in deutscher Übersetzung raus: »Ein Junge wie Kees«. Kann dieser Roman der Anfang eines Klassikerexportes sein? Weiterlesen

Zwischen Wedding und Gesundbrunnen: Georg Finks „Mich hungert“

Mit „Mich hungert“ legt der Berliner Metrolit-Verlag einen Roman auf, der 1929 erstmalig erschien. Am 10. Mai 1933 stand er auf der ersten schwarzen Liste der „schönen Literatur“, die den Nazis als Grundlage für die Bücherverbrennung auf dem Berliner Opernplatz diente. Nach 1945 geriet es in Vergessenheit. Auch wenn es verboten war: wie kann ein Buch, das laut des Vorworts ein nicht nur deutscher, sondern in dreizehn Sprachen übersetzter internationaler Bestseller war, bis ins Jahr 2014 ohne Neuauflage bleiben? Wer die knapp dreihundert Seiten liest, kennt die Antwort: „Mich hungert“ ist schlicht kein literarisches Meisterwerk.

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