Schlagwort: Provinz

Kerstin Preiwuß’ „Nach Onkalo“: Es war einmal ein Muttersöhnchen

Während der eine Teil der diesjährigen Longlistromane von großen historischen Ereignissen erzählen – man denke da an den Schiffbruch in Franzobels „Floß der Medusa“ oder Zaimoglus Reformationsroman „Evangelio“ –, schlagen andere Romane eher die leiseren Töne an, erzählen die Geschichten einfacher Leute, die keine Helden sind, wie Julia Wolfs Walter Nowak oder Ingo Schulzes Peter Holtz. Zu letzterer Kategorie gehört auch „Nach Onkalo“. In ihrem zweiten Roman erzählt Kerstin Preiwuß von den großen Themen des Lebens in einem kleinbürgerlichen Milieu: dem Tod und dem Weiterleben. Weiterlesen

Das Trauma der Provinz: Lize Spits „Und es schmilzt“

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Wer die Debütromane der letzten Jahre verfolgte, der konnte beobachten, dass junge Autoren vor allem zwei Topographien bevorzugen: Die anonyme, kalte und brutale Großstadt wie in Fatma Aydemirs „Ellbogen“ oder das periphere Dorf, meist namenlos, zuletzt in Luise Maiers Debüt „Dass wir uns haben“ und Andreas Mosters „Wir leben hier, seit wir geboren sind“. Auch die flämische Literatur hat eine Vorliebe für die Provinz. Einer der erfolgreichsten Romane der letzten Jahre ist Lize Spits Debüt „Und es schmilzt“, der von einem Sommer in einem belgischen Dorf erzählt, der für die Ich-Erzählerin alles verändern soll. Weiterlesen