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Rilke-Bashing auf höchstem Niveau: Klaus Modick’s „Konzert ohne Dichter“

Seit etwa 10 Jahren – Daniel Kehlmanns Vermessung der Welt im Jahr 2005 könnte als Ausgangspunkt gewertet werden – lässt sich ein Trend in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur feststellen: Die literarische Fiktionalisierung von historischen Begebenheiten und dem Leben realer Personen in Romanform [andere Beispiele wären u.a. Kracht’s grandioses Prosawerk Imperium (2012), Hans Pleschinski’s Königsallee (2013) oder Thomas Hettche’s Pfaueninsel (2014), das hier schon ausführlicher vorgestellt wurde].

In seinem Roman Konzert ohne Dichter erzählt Klaus Modick von der Künstlerkolonie in Worpswede aus dem personalen Blickwinkel von Heinrich Vogeler, der deutschen Ikone des Jugendstils. Anlässlich der Auszeichnung seines Bildes „Das Konzert (Sommerabend)“, oder eben „Konzert ohne Dichter“ mit der Großen Medaille für Kunst und Wissenschaft im Jahr 1905 reflektiert Vogeler die Entstehungsumstände des Bildes und das Verhältnis zu den im Werk abgebildeten Personen – und zu jenem Dichter, der zwar zum Künstlerkollektiv gehörte, aber nicht abgebildet ist: Rainer Maria Rilke. Konzert ohne Dichter ist eine Ekphrasis – und ein Abgesang des Mythos Rilke.  Weiterlesen