Schlagwort: Secession Verlag

Marie Darrieussecqs „Unser Leben in den Wäldern“: Auge um Auge

Der Wald ist – wie schon öfter an dieser Stelle beobachtet – eine der zentralen Topographien der deutschsprachigen Literatur: mal magisch-romantisch, mal schaurig-grausam, meist ein Ort der Einsamkeit, selten jedoch Schauplatz von Zukunftsszenarien. Anders bei Marie Darrieusecq: In ihrem neuen dystopischen Roman „Unser Leben in den Wäldern“ wird der Wald Rückzugsraum für diejenigen, die sich von der Gesellschaft lossagen und dem herrschenden System zu entkommen versuchen. Weiterlesen

Jérôme Ferraris „Ein Gott ein Tier“: Im Krieg mit sich selbst

Ferrari-Ein Gott ein Tier

Ein Mann kehrt zurück in sein Heimatdorf, irgendwo in der Peripherie Frankreichs. Nichts hat sich dort verändert, nur er selbst. Er kommt aus dem Ausland, nicht aber aus einer Großstadt, er kommt aus der Wüste, aus dem Krieg. Der namenlose Protagonist blickt in „Ein Mensch ein Tier“, dem erstmals 2009 veröffentlichten Kurzroman von Jérôme Ferrari, der nun in deutscher Übersetzung im Secession Verlag vorliegt, auf sein Leben zurück und stellt die existenzialistischen Fragen des Daseins. Weiterlesen

Bücher befreien: Deborah Feldmans „Unorthodox“

If I can make it there, I’ll make it anywhere – New York City an der Ostküste der USA verkörpert seit je her kosmopolitische Werte wie Selbstverwirklichung, Freiheit und Weltoffenheit. Ganz New York City? Nein, im Süden des Stadtteils Williamsburg in Brooklyn der frühen 1990er Jahre gelten andere Gesetze als im Rest der Stadt. Hier wohnt eine Gemeide von ultraorthodoxen, chassidischen Juden, in die Deborah Feldman hineingeboren wurde. „Unorthodox“ ist eine ‚autobiografische Erzählung‘, die bereits 2012 in den USA erschien und zum Bestseller wurde, vom Aufwachsen und Alltag in der chassidischen Satmar-Gemeinde erzählt und nun im Secessions-Verlag erstmalig in deutscher Übersetzung erschien. Weiterlesen