Schlagwort: Segregation

Colson Whiteheads »The Nickel Boys«: Look at what they did to me

Vor zwei Jahren krachte Colson Whitehead mit Donnerhall auf den deutschen Buchmarkt. Sein Roman »Underground Railroad« schien das Buch zur Stunde zu sein – was erfreulich war, weil es sehr gelungener Roman war. Und vielleicht ein wenig unerfreulich, weil hinter dem omnipräsenten Whitehead die vielen weiblichen Autorinnen of Color zu verschwinden drohten, die sich in ähnlich gelungener Weise mit dem amerikanischen Rassismus auseinandersetzen. Dafür trägt Whitehead keine Verantwortung, es zeigt aber, dass die Rezeptionsverfahren immer noch Kalibrierung benötigen. So ist nun also Colson Whitehead eine echte internationale Marke geworden, was auch immer etwas bedrohlich ist. Denn Marken wollen gepflegt werden und provozieren vorschnelle Publikationen. Weiterlesen

James Q. Whitmans „Hitlers amerikanisches Vorbild“: Das große Unbehagen

Die amerikanischen Rassengesetze sind in letzter Zeit wieder häufig Thema. Vor allem weil die USA in Form von Diskriminierungen immer noch unter dem Joch ihrer rassistischen Vergangenheit leidet. Die diskriminierende und segregierende Gesetzgebung, die die Gesellschaft der Vereinigten Staaten lange teilte und dessen Auswirkungen bis heute nicht überwunden sind, werden vor allem immer als amerikanische Thematik verhandelt, obwohl sich Vergleiche beispielsweise zum System Südafrikas anbieten würden. Die Verbindungslinien, die der Jurist James Q. Whitman in seiner Publikation „Hitlers amerikanisches Vorbild“ zieht, erstaunen: Die Nürnberger Rassengesetze sollen ihre Inspiration in den USA gefunden haben? Ein Gedanke, der auch dem Autor unheimlich ist. Weiterlesen