Schlagwort: Shortlist

Gerhard Falkners „Romeo oder Julia“: Es kann nur einen geben

He did it again: Nachdem Falkner letztes Jahr schon sein Buch auf die Longlist des Deutschen Buchpreis hieven konnte, hat er es nun mit seinem neuen Roman „Romeo oder Julia“ auf die Shortlist geschafft. Letztes Jahr hatte er mit „Apollokalypse“ eine deutsche Mentalitätsgeschichte abgeliefert und über den Zusammenhang zwischen Eros und Zerstörungswut sinniert. Obwohl Falkners Buch zu den besseren Anwärtern auf der letztjährigen Liste zählte, merkte man „Apollokalypse“ auch die Schwierigkeiten an, die der Romandebütant mit einer Gattung hatte, die bislang nicht zu seinem Repertoire gehörte. Nun, mit „Romeo oder Julia“ sitzt Falkner schon deutlich fester im Sattel und arbeitet sich am Ereignisbegriff ab. Weiterlesen

„Das bessere Leben“: Ideenland ist abgebrannt

Würde man Wetten auf den Gewinner des Deutschen Buchpreises abschließen, Ulrich Peltzers „Das bessere Leben“ würde wohl die niedrigste Gewinnquote erzielen. Der in Berlin lebende Romancier gilt als großer Favorit für den diesjährigen Preis. Auch Peltzers vorherige Romane, genauso wie seine Zusammenarbeit mit Regisseur Christoph Hochhäusler für den Film „Unter dir die Stadt“ haben positive Resonanz im Feuilleton gefunden. Nun positioniert er sich mit „Das bessere Leben“ in einer Debatte über unsere Gegenwart und wie sie es mit großen Utopien vom Fortschritt hält. Weiterlesen

Liebe (er)zählen: Monique Schwitters „Eins im Andern“

Anfang August erschien Monique Schwitters neuer Roman Eins im Andern, aus dem die in Hamburg lebende Schweizerin bereits Anfang Juli beim diesjährigen Bachmann-Wettlesen in Klagenfurt vorlas [hier geht es zum vorgetragenen Auszug aus dem sechsten Kapitel des nun erschienenen Romans], einhellig positive Rückmeldung erhielt, aber trotzdem keinen der Preise gewann. Nun hat es Schwitters Roman auf die Longlist des Deutschen Buchpreises geschafft. Das Autoren-Ich, aus dessen Perspektive erzählt wird, rekapituliert im Alter von etwa vierzig Jahren als Ehefrau und Mutter die Lieben ihres Lebens und was davon blieb. Von zwölf Männern berichtet Eins im Andern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der Leser begleitet das Ich, die Schriftstellerin des Textes [aber nicht Monique Schwitter], in unmittelbarem Erzählmodus bei ihrer Reise in die Vergangenheit und bei ihrem Nachdenken über die Liebe: zu Männern, ihren Söhnen und ihrer Hündin.  Weiterlesen