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Heimat Babylon: Aura Xilonens „Gringo Champ“

Die soziokulturellen Konzepte von Heimat und Leitkultur scheinen überholt. Zu konformistisch, zu konservativ kommen die Begriffe daher, haben in den letzten Monaten einen faden, völkischen Beigeschmack entwickelt. Unlängst erschienene und viel diskutierte Bücher wie Max Czolleks „Desintegriert euch!“ oder der Sammelband „Eure Heimat ist unser Albtraum“, der gleich nach dem Erscheinen vergriffen war, zeugen davon. Was literarisch erwachsen kann, zeigt ausgerechnet eine junge Mexikanerin in ihrem Debütroman, der nun in einer sensationellen deutschsprachigen Übersetzung von Susanne Lange bei Hanser erschienen ist. Weiterlesen

Hilfe, wir leben noch! Heinz Helles „Eigentlich müssten wir tanzen“

Das dystopische Szenario einer postapokalyptischen Welt ohne Menschen ist ein Topos, der in den letzten Jahren vor allem zahlreiche Popcorn-Hollywood-Filme hervorbrachte: man denke da an die Eiszeit in Day after tomorrow, I am legend nach dem gleichnamigen Roman von Richard Matheson mit Will Smith in der Hauptrolle und zahlreiche Zombiefilme.

In der deutschsprachigen Belletristik scheint sich das dystopische Endzeit-Genre nun einer neuen literarischen Beliebtheit zu erfreuen. Neben dem brillianten Erstling „Winters Garten“ von Valerie Fritsch, das den Vorabend des Weltuntergangs imaginiert, ist Heinz Helles Roman Eigentlich müssten wir tanzen der zweite apokalyptische Text aus dem Hause Suhrkamp auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Hier haben fünf Jugendfreunde den Untergang der menschlichen Zivilisation zufällig überlebt, als sie sich auf Wochenendurlaub in einer abgelegenen Hütte in den Alpen befinden. Helle erzählt in neunundsechzig Kurzkapiteln von ihrer gemeinsamen Wanderung durch die verwüstete Landschaft zwischen Deutschland und Österreich in einer „aus den Fugen geratenen Welt“.  Weiterlesen