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Steffen Kopetzkys »Propaganda«: Boys will be Boys

Während der Zeiten der Studentenproteste ’68 gab es einen beliebten Kampfspruch: »USA SA SS«. Das Verhalten Amerikas, gerade in Hinblick auf den Vietnamkrieg, sollte damit in die Nähe der Gräuel der Nationalsozialisten gerückt werden. Linke Renegaten wie Henryk M. Broder oder Götz Aly haben darin im Nachhinein einen psychologischen Reflex gesehen, die eigene Schuld den einstigen Siegermächten überzustülpen. Zwar kommt man nicht umhin, den Vietnamkrieg in der Nachbetrachtung als einer der schrecklichsten kriegerischen Auseinandersetzung der Post-Zweite-Weltkriegs-Epoche zu nennen, doch diesen Schlachtruf gerade aus deutschen Mündern zu hören, hat etwas Infames. Rund fünfzig Jahre später erklingt er erneut – dieses Mal aus den Buchdeckeln des neuen Romans von Steffen Kopetzky: »Propaganda«. Weiterlesen

„Risiko“: Mit Kriegsausbruch ist zu rechnen

Steffen Kopetzky ist etwas sehr seltenes gelungen: Er hat einen Roman geschrieben, der über seinen historischen Stoff hinausgewachsen ist. Mit „Risiko“ legt er in diesem Jahr einen fulminanten Text auf, vor der jede Beschreibungsleistung kapitulieren muss. Ein Buch über den Ersten Weltkrieg? Auch. Ein Buch über Deutschland? Sicherlich. Ein Buch über den Nahen und Fernen Osten? Absolut. Ein Buch über die weltpolitische Gegenwart? Unbedingt!

Es hat etwas länger gedauert, bis der Erste Weltkrieg in der Belletristik angekommen ist. Nachdem der gefeierte Christopher Clark mit seinen „Schlafwandlern“ stürmische Reaktionen eingeheimst und der verfemte Herfried Münkler in dessen Windschatten seine ungleich weniger thesenstarke Publikation platziert hat, liegt der Staffelstab nun in den Händen des Schriftstellers. Weiterlesen