Schlagwort: Thea Dorn

2016: Zehn Romane zum Vergessen

Ein weiteres Jahr geht zu Ende. Pünktlich zu Weihnachten scheuern sich die deutschen B-Promis auf den Ledercouchen der öffentlich-rechtlichen Sender die Hintern wund, um auf ein schauderhaftes Jahr zurückzublicken, während das Feuilleton und Literaturblogs die besten Publikationen des Jahres Revue passieren lassen. Doch ist 2016 nicht auch genauso auch die Summe seiner literarischen Ärgernisse und Enttäuschungen? Hier daher die offizielle, total objektive und allgemeingültige Liste der schlechtesten Bücher 2016. Weiterlesen

Emma Braslavsky: Literatur ist eine Art, mit einem Tier umzugehen

Die Welt hält keine Geheimnisse mehr bereit. Jeder Winkel ist entdeckt, feinsäuberlich kartographiert und von einem Nationalstaat beansprucht. Mit Google Maps, Earth und Street View kann man mit ein paar Klicks überall sein, ohne den Sessel verlassen zu müssen. Bevor man einen Ort mit den eigenen Füßen betritt, ist man medial schon hundertmal dort gewesen. Oder doch nicht? In Emma Braslavskys „Leben ist keine Art, mit einem Tier umzugehen“, ihrem ersten Roman im Suhrkamp Verlag, wird eine bislang völlig unbekannte Insel entdeckt und löst damit einen weltumspannenden Hype aus. Sie wird zum Objekt der Begierde einer ganzen Reihe von Gruppen, die alle das gleiche Ziel haben: die Verbesserung der Welt. Emma Braslavsky stellt mit ihrem Roman die wichtigen Fragen unserer Zeit: Wie kann die Welt zu einem besseren Ort gemacht werden, welcher Weg führt dort hin und zu welchem Preis kommt das ständige Engagement? Weiterlesen

Thea Dorn: Die unglückseligen Leser

Der Traum von der Unsterblichkeit ist fast so alt wie das Sterben selbst. Schließlich findet sich irgendeine Vorstellung des ewigen Lebens in so ziemlich jedem Mythos und jeder Weltreligion. So ganz ist die Sehnsucht nach der Unendlichkeit nie ganz verklungen, egal wie rational die Menschheit geworden ist. Das Irrationale überdauert in den verschiedensten Formen: In der Esoterik, in Verschwörungstheorien oder in Katzenvideos. Doch zum ersten Mal in der Geschichte des Menschen scheint ein Zeitpunkt gekommen zu sein, an dem die unbegrenzte Verlängerung des Lebens nicht als der Traum eines Wahnsinnigen erscheint. Vor allem im Hort des technologischen Irrationalismus „Sillicon Valley“ sind Wissenschaftler emsig dabei, einer der letzten Geheimnisse auf die Spur zu kommen. Dort wo Apple regelmäßig zur heiligen Produktmesse lädt und Google an der Weltherrschaft tüftelt, könnte sich die gewaltigste Veränderung in der Menschheitsgeschichte anbahnen. Doch was bedeutet das für eine Gesellschaft? Thea Dorn lädt in ihrem neuesten Roman „Die Unglückseligen“ zum Nachdenken ein. Eine Einladung, die man ausschlagen sollte. Weiterlesen