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Martin Walser: Im Patentamt der Literatur

Wer Martin Walsers Werkverzeichnis überfliegt, muss schon zweimal hinschauen, um zu realisieren, es mit der Schaffenskraft eines Achtundachtzigjährigen zu tun zu haben. Walser ist so etwas wie der Helmut Schmidt der deutschsprachigen Literatur: je älter er wird, desto mehr hat er zu sagen. Das Alter des Schriftstellers im Zusammenhang mit seinem neusten Roman „Ein sterbender Mann“ zu erwähnen, ist eigentlich eine makabre Wendung. Doch fern liegt es trotzdem nicht. Denn im letzten Abschnitt seines Schaffens wendet sich der Autor den großen Themen zu: dem Sterben und der eigene Entscheidungskraft über den Tod, Leidenschaft im Alter und großen Zäsuren im Lebensweg. Leider bricht Walsers Erzählkonstrukt unter der Last derlei thematischer Schwergewichte zusammen. Weiterlesen