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2016: Zehn Romane zum Vergessen

Ein weiteres Jahr geht zu Ende. Pünktlich zu Weihnachten scheuern sich die deutschen B-Promis auf den Ledercouchen der öffentlich-rechtlichen Sender die Hintern wund, um auf ein schauderhaftes Jahr zurückzublicken, während das Feuilleton und Literaturblogs die besten Publikationen des Jahres Revue passieren lassen. Doch ist 2016 nicht auch genauso auch die Summe seiner literarischen Ärgernisse und Enttäuschungen? Hier daher die offizielle, total objektive und allgemeingültige Liste der schlechtesten Bücher 2016. Weiterlesen

Tilman Rammstedts „Morgen mehr“: Der Til Schweiger-Film unter den Romanen

Manche Bücher waren nie dafür geschaffen, Bücher zu werden. Dazu gehört sicherlich Wolfgang Herrndorfs „Arbeit und Struktur“, das in Buchform immer noch ein erschütternder Text ist, aber dessen Form als Blog den langsamen Verfall eines Autors und dann das Verstummen ganz unmittelbar erfahrbar gemacht hat. Auf den nächsten Blogeintrag zu warten, der dann nicht kommt, schafft eine andere Wirkung als den letzten, erwartbaren Absatz eines Buches zu lesen und jenes dann zuzuschlagen. Die Entscheidung, „Arbeit und Struktur“ dann doch handelsüblich zu veröffentlichen, ist ein Symptom dafür, dass unsere Buchkultur noch keine Werkzeuge dafür gefunden hat, mit derlei Textformen umzugehen. Ein weniger dramatischer Fall ist Tilman Rammstedts „Morgen mehr“. Dieser war zuerst als Fortsetzungsroman im Internet zugänglich, Abonnenten konnten nicht nur lesen, sondern auch kommentieren, diskutieren. Die Form des Fortsetzungsromans ist keine neue und in den meisten Fällen sind jene auch irgendwann als kompletter Text erschienen. „Morgen mehr“, unlängst bei Hanser erschienen, hätte jedoch lieber dort bleiben sollen, wo es herkommt. Denn dieser Roman ist ein Event, um das sich eine Community scharen kann, aber keine gute Literatur. Weiterlesen