Schlagwort: Trennung

Rachel Khongs „Goodbye, Vitamin“: Das Jahr des Vergessens

Khong_Goodbye Vitamin

Die Digitalisierung hat viel mehr verändert als den Medienkonsum und die etablierten Kommunikationsformen: Die örtliche Ungebundenheit und der stetige technische Fortschritt haben auch dazu geführt, dass sich die Lebensmodelle der Generationen auseinander entwickelt haben. War es früher noch üblich, mit Ende zwanzig zu heiraten und mit dem unbefristeten Arbeitsvertrag in der Tasche an der Familienplanung zu feilen, ist es heute die Ungewissheit, die das Leben der Endzwanigergeneration beschäftigt. Denn wer möchte sich schon binden, wenn man potenzielle Partnerinnen und Partner mit einem Swipe nach links oder rechts wie einen Modekatalog durchblättern kann? Wer möchte sich beruflich festlegen, wenn feste Arbeitsverträge die Ausnahme sind, weil niemand sicher ist, welche Jobs morgen gebraucht werden? Dass heute mit dreißig längst nicht alles entschieden ist, sondern das neue Jahrzehnt Anlass zur eigenen Neuerfindung wird, davon erzählt Rachel Khongs Roman „Goodbye Vitamin“. Weiterlesen

Fuchsteufelswild: Maren Wursters „Das Fell“

„Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt.“ – Wenn man eines im Literaturstudium lernt, dann ist das wohl, den ersten Satz von Kafkas „Verwandlung“ zu zitieren. Die langsame Metamorphose vom Menschlichen zum Tierischen hat auch Maren Wurster, die im letzten Jahr ihr Studium am Deutschen Literaturinstitut abschloss, in ihrem Debütroman „Das Fell“, der diesen Sommer bei Hanser Berlin erschien, zum Thema gemacht. Weiterlesen