Schlagwort: Ullstein fünf

Wlada Kolosowas „Fliegende Hunde“: Im russischen Rione

Seit einigen Jahren hat die Gegenwartsliteratur weltweit ein neues Lieblingsmotiv entwickelt: Immer mehr Erfolgsromane erzählen von weiblichen Frauenfreundschaften, irgendwo zwischen tiefster Verbundenheit und immerwährender Rivalität. Bei Ferrante heißen sie Lila und Lenù, bei Zadie Smiths  Roman „Swing Time“ sind es die Ich-Erzählerin und Tracey, „The Mothers“, das grandiose Debüt der Amerikanerin Brit Bennett, das Ende April bei Rowohlt in deutscher Übersetzung erscheinen wird, erzählt von Nadia und Aubrey – bei Wlada Kolosowas Debütroman „Fliegende Hunde“ heißen die Protagonistinnen Lena und Oksana. Weiterlesen

100 Jahre Mutter sein: Ada Dorians „Schlick“

Von den Buddenbrooks bis zu Haratischwilis Epos „Das achte Leben“ – die Familiensaga hat Tradition und erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Kaum ein anderes Genre ermöglicht es dem Leser, so tief in die literarische Fiktion einzutauchen, wie es der Familienepos vermag. Das liegt vor allem an der erzählerischen Dichte, den motivischen Details und der Ausführlichkeit, die auch und vor allem über die Länge der erzählten Zeit ein scheinbar vollständiges, ‚wirkliches‘ Bild zeichnet. Auch Ada Dorian erzählt in ihrem neuen Roman „Schlick“ von einer Familie, von zwei Müttern und einem Jahrhundert, mit einem Unterschied jedoch: In ihrer Familiengeschichte dominieren die Zäsuren und das Ungesagte.

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