Schlagwort: Vietnam-Krieg

Jörg Magenaus „Princeton 66“: Ein Käfig voller Narren

Für die Gruppe 47 war der Besuch in Princeton der Auftritt auf der ganz großen Bühne, bevor sie ein Jahr später ein unrühmliches Ende finden sollte. 1967 in Waidenfeld wollte die sozialistisch-aufgepeitschte Jugend von ihnen nichts mehr wissen und trieb sie mit ihren „Dichter, Dichter“-Rufen in ihrem Hotel, der Pulvermühle, zusammen. Das mussten sie ein Jahr zuvor nicht fürchten. Die amerikanischen Studenten waren damit beschäftigt, den eigenen Staat für den Vietnam-Krieg anzuklagen. Dieses Princeton-Treffen im Jahr 1966 war vieles: ein letztes Aufbäumen einer literarischen Nicht-Gruppe, die die Nachkriegszeit dominiert hat, ein heftiger Kampf über die Frage, wie es die Versammelten mit der Literatur und der Politik hielten und die Geburtsstunde einer öffentlichen Figur namens Peter Handke, der ein eigentümlicher Revolutionär war. Mit Jörg Magenaus „Princeton 66“ ist nun endlich ein Text erschienen, der all diese Diskussionen, Episoden und Szenen in einem furiosen Buch zusammenführt, das zu dem besten gehört, was auf dem Feld des Sachbuchs in letzter Zeit erschienen ist. Weiterlesen