Schlagwort: Wie schreiben?

Liebe (er)zählen: Monique Schwitters „Eins im Andern“

Anfang August erschien Monique Schwitters neuer Roman Eins im Andern, aus dem die in Hamburg lebende Schweizerin bereits Anfang Juli beim diesjährigen Bachmann-Wettlesen in Klagenfurt vorlas [hier geht es zum vorgetragenen Auszug aus dem sechsten Kapitel des nun erschienenen Romans], einhellig positive Rückmeldung erhielt, aber trotzdem keinen der Preise gewann. Nun hat es Schwitters Roman auf die Longlist des Deutschen Buchpreises geschafft. Das Autoren-Ich, aus dessen Perspektive erzählt wird, rekapituliert im Alter von etwa vierzig Jahren als Ehefrau und Mutter die Lieben ihres Lebens und was davon blieb. Von zwölf Männern berichtet Eins im Andern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der Leser begleitet das Ich, die Schriftstellerin des Textes [aber nicht Monique Schwitter], in unmittelbarem Erzählmodus bei ihrer Reise in die Vergangenheit und bei ihrem Nachdenken über die Liebe: zu Männern, ihren Söhnen und ihrer Hündin.  Weiterlesen

James Wood: Die Kunst des Erzählens

Wer sich mit Literatur auseinandersetzen will – sei es als Kritiker, Schriftsteller oder als ambitionierter Leser – muss sich mit Erzähltheoretischem auseinandersetzen. Die literaturwissenschaftliche Narratologie ist bis heute primär geprägt von F.K. Stanzel und Gérard Genette, deren theoretische Schriften das Fundament des Diskurses bilden.

In Die Kunst des Erzählens präsentiert James Wood, der den Lehrstuhl für praktische Literaturkritik in Harvard innehält, seine narratologische Überlegungen in insgesamt 123 Teil-Abschnitten. Sein Ton ist jedoch nicht der eines Professors. Die Kunst des Erzählens möchte keinen neuen theoretischen Ansatz begründen und auch nicht Lehrbuch sein. Wood reflektiert anhand praktischer Textbeispiele die Möglichkeiten von Erzählprosa und Realismus in Vergangenheit und Gegenwart. Weiterlesen