Schlagwort: Journalismus

Gerhard Stadelmaiers „Umbruch“: Druckfarbenschwarzes Lamento

Gerhard Stadelmaier kann mit Stolz von sich behaupten, eines der letzten Schlachtrosse der guten alten FAZ gewesen zu sein. Unter dem langjährigen FAZ-Herausgeber und Feuilletonchef Joachim Fest hat er eine Zeit erlebt, in der sich Zeitungschefs wie Fürsten fühlten und das Innere einer Zeitungsredaktion ein mystischer Raum war, der nur über wilde Gerüchte und noch wildere Anekdoten zugänglich war, als die Besprechung eines wichtigen Romans oder einer aufsehenerregenden Theaterinszenierung noch herbeigesehnt und gefürchtet wurde. Kurzum: Eine Zeit, in der es den traditionellen Medien noch gut ging. Stadelmaier hat diese Ära mit seiner Theaterkritik geprägt, nun, mittlerweile im Ruhestand, hat er sich als Romanautor versucht. „Umbruch“ ist ein Buch geworden, das Stadelmaier zerfetzt hätte, hätte man ihm so etwas auf die Bühne gesetzt. Weiterlesen