Schlagwort: Jugend

„Amazingly beautiful and terrifyingly alone“: Jacqueline Woodsons „Another Brooklyn“

Blickt man über den Tellerrand der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur auf jene Bücher, die auch international Erfolge feiern, zeigt sich, dass vor allem ein Thema Konjunktur zu haben scheint, das in der Literatur, die hierzulande entsteht, seltener thematisiert wird: Viele der erfolgreichsten Romane der letzten Jahre erzählen von Freundschaften zwischen Mädchen und Frauen. Allen voran Elena Ferrante mit ihrer Neapolitanischen Saga, aber auch Emma Cline mit ihrem Roman „The Girls“ oder Zadie Smiths neuester Roman „Swing Time“ sind in ihren Übersetzungen auch hierzulande sehr erfolgreich. Einer der großartigsten Romane über eine ‚female friendship’ wurde bislang noch nicht übersetzt: Jacqueline Woodsons „Another Brooklyn“. Weiterlesen

Die Tristesse der Kleinstadtjugend: Birgit Birnbachers „Wir ohne Wal“

„Was schaust du, hier hat sich nichts verändert, darum gehen ja alle nach Wien“, sagt die in Zürich lebende Schwester der Künstlerin Anna auf den ersten Seiten von „Wir ohne Wal“ über die Kleinstadt, die im Zentrum von Birgit Birnbachers Debütroman, der bei Jung und Jung erschienen ist, steht. In zehn Kapiteln wird aus zehn verschiedenen Ich-Perspektiven auf insgesamt 170 Seiten das Panorama einer grauen Kleinstadt aus Sicht der Mid-20-Jährigen gezeichnet. Weiterlesen

Eine Festung im Krieg: Franziska Greisings „Am Leben“

Ein Schloss in Südfrankreich am Fuße der Pyrenäen aus dem frühen 16. Jahrhundert, kleine Türme überragen die massive Anlage, die von Außen mit seinen Zinnen und dem Eingangstor wie eine Festung wirkt: das ist Château de la Hille. Während ‚La Hille‘ heute ein Bed&Breakfast-Hotel beherbergt, war das Anwesen zwischen 1941 und 1943 tatsächlich eine Festung unter Schweizer Leitung, die Kindern und Jugendlichen aus Deutschland und Österreich mit jüdischer Herkunft Schutz bot. Knapp fünfhundert Seiten stark ist Franziska Greisings Roman „Am Leben“, der von eben jenem Chateau de la Hille, seinen Bewohnern und deren Geschichte während des Zweiten Weltkriegs erzählt. Weiterlesen

Janko Markleins „Florian Berg ist sterblich“

Janko Marklein, der 2010 den open mike gewann, legt mit „Florian Berg ist sterblich“ seinen Debütroman vor. Abwechselnd erzählen die fünfzehn Kapitel von Florians erstem Semester an der Universität Leipzig und von seiner Vorgeschichte, der Jugend in Wulsbüttel, seinem Heimatdorf. Wie der Protagonist, der vor allem unfreundlich, unsensibel und gefühlslos daherkommt, zu dem werden konnte, der er ist, versucht der Roman zu erklären: „Florian Berg ist sterblich“ handelt vom Erwachsenwerden, von dem, was einen Menschen prägt, wenn er jung ist. Weiterlesen