Schlagwort: Jung und Jung

Elias Hirschls „Hundert schwarze Nähmaschinen“: Dinner for one

Nerdig sein ist cool geworden. Serien wie „The Big Bang Theory“ oder „Silicon Valley“ haben den Nerd, Freak oder Geek als gesellschaftlichen Typus in die Mitte gebracht. Der Erfolg dieser Trendbewegung zeigt sich daran, dass sich junge, hübsche, hippe Menschen plötzlich das Gesicht mit übergroßen Brillen verbauen oder Nintendo-Controller zu Halsketten umfunktionieren. Das könnte Anlass zu großer Freude sein, wenn es denn bedeuten würde, dass diejenigen, die schon immer im Abseits standen, nun auch in die Mitte der Gesellschaft genommen würden. Stattdessen hat sich jedoch die Mitte einfach nur die Ästhetik des Nerdigen angeeignet, so wie sie sich turnusmäßig immer wieder Elemente von Subkulturen aneignet, um frisches Blut zu saugen. Aus dem gleichen Grund liegen in H&M-Läden T-Shirts von Metalbands rum und DocMartens sind zu Modeaccessoires geworden. Weiterlesen

Die Tristesse der Kleinstadtjugend: Birgit Birnbachers „Wir ohne Wal“

„Was schaust du, hier hat sich nichts verändert, darum gehen ja alle nach Wien“, sagt die in Zürich lebende Schwester der Künstlerin Anna auf den ersten Seiten von „Wir ohne Wal“ über die Kleinstadt, die im Zentrum von Birgit Birnbachers Debütroman, der bei Jung und Jung erschienen ist, steht. In zehn Kapiteln wird aus zehn verschiedenen Ich-Perspektiven auf insgesamt 170 Seiten das Panorama einer grauen Kleinstadt aus Sicht der Mid-20-Jährigen gezeichnet. Weiterlesen