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Karl Schefflers Berlin: Aufs falsche Pferd gesetzt

Berlin verändert nicht nur sich selbst, Berlin verändert auch das Gesicht der Bundesrepublik. Anstelle des verschlafenen, aber sympathischen Provinznestes Bonn ist die Millionenstadt Berlin getreten und das hatte Folgen: Mit magnetischer Wirkung zog die neue Hauptstadt politische Spieler, kulturelle Einrichtungen und Wirtschaftsunternehmen an und beendete damit eine jahrzehntelang bestehende föderale Ordnung Deutschlands, die sich nicht nur auf das Politische beschränkte. Das Berlin unserer Tage ist längst nicht mehr nur die unschuldige Partyspielwiese junger Schweden und Spanier, sondern ein Ort, an dem kulturelle und politische Macht kulminiert. Es lohnt daher unbedingt, über diese Stadt und was sie mit dem Rest Deutschlands anstellt, Überlegungen anzustellen. Florian Illies, Feuilletonist und Autor des Verkaufserfolgs „1913“, hat sich für dieses Vorhaben etwas ausgedacht: Er hat Karl Schefflers „Berlin – ein Stadtschicksal“ wieder ausgegraben, um zu zeigen, wie scharf die Kritikerklinge Schefflers auch nach hundert Jahren noch ist und wie Berlin immer noch an denselben Problemen laboriert. Doch leider hat er es versäumt, Scheffler genau zu lesen. Weiterlesen